Lexikon der Filmbegriffe

Odyssee im Film (1)

Die Zahl der filmischen Adaptionen der Odyssee oder von Teilen des Epos ist unüberschaubar groß. Schon in der frühen Stummfilmzeit kommt es zu ersten Filmen (L‘Odissea, Italien 1911, Francesco Bertolini, Giuseppe de Liguoro), und selbst Fritz Lang verfolgte ein (allerdings nie fertiggestelltes) Projekt Die Odyssee (Godards Le Mépris, Frankreich 1963, spielt am Set des Lang-Projektes). Die erste definitive Film-Odyssee ist Ulisse (Italien 1954, Mario Camerini). Neuere Verfilmungen werden meist für das Fernsehen realisiert (wie der Vierteiler L‘Odissea, Italien 1968, Franco Rossi). Eine der letzten Adaptionen ist der TV-Mehrteiler L‘Odissea (Italien [...] 1997, Andrey Konchalovskiy).
Vor allem ist das Homersche Epos Grundlage für Anleihen, Variationen, Übertragungen, Ironisierungen usw. gewesen. Manchmal wird in den Titeln der explizite Bezug zur Vorlage hergestellt – etwa in  2001: A Space Odyssey (USA 1968, Stanley Kubrick), der mit zahlreichen Anspielungen auf das Original arbeitet (das summende Geräusch des Monolithen im Film entspricht dem verlockenden Sirenengesang, oder das Auge des Computers HAL dem des Kyklopen Polyphem, und der Name des Astronauten Dave Bowman (= Bogen‑Mann) spielt auf Odysseus als geübten Bogenschütze hin), oder in O Brother, Where Art Thou? (USA 2000, Ethan und Joel Coen), der wiederum Elemente der Odyssee verarbeitet (die Sirenen, Polyphem, Teiresias u.ä.).

Literatur: Hofmann, Heinz: Odysseus: von Homer bis zu James Joyce. In: Antike Mythen in der europäischen Tradition. Hrsg. v. Heinz Hofmann. Tübingen: Attempto 1999, S. 27-67. 

Referenzen:

Odyssee im Film (2)


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2012


Verfasser: KB W


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