Lexikon der Filmbegriffe

Teletext

in Deutschland auch: Videotext

Teletext ist eine Kommunikationsform zur Verbreitung von Nachrichten, Texten und bildhaften Darstellungen, die in der Austastlücke des Fernsehsignals eines Fernsehsenders ausgestrahlt werden und aus denen der Benutzer gewünschte Angaben zur Darstellung auf dem Bildschirm eines Fernsehgerätes auswählen kann. Ein analoges Fernsehbild nach mitteleuropäischer Fernsehnorm hat 625 Bildzeilen. Davon werden aber nur 576 Zeilen für die Übertragung eines Bildinhalts benutzt, wobei der Rest die Austastlücke ist, während der sich das Fernsehgerät auf den Empfang des nächsten Bildes vorbereitet. Techniker der BBC entwickelten ein Verfahren, Zusatzinformationen in diesem ungenutzten Bereich zu übertragen. Daraus entstand 1974 die erste Spezifikation des UK Teletext Standard. Die Textdaten sind seitenweise organisiert und bieten Platz für 25 Zeilen zu je 40 Zeichen Text (23 Zeilen sind frei editierbar, die anderen für Kopf‑ und Fußzeilen reserviert). Ältere Fernseher bauen jede Seite einzeln aus dem Datenstrom auf, was zu langen Wartezeiten führen kann; da nicht alle Seiten gleichzeitig in der Austastlücke kodiert werden, müssen diese Geräte warten, bis die angeforderte Seite ausgestrahlt wird. Aktuelle Geräte verfügen meist über einen Speicher mit einem Umfang von zehn bis mehr als 2000 Seiten. Inhalt des Teletextes sind meist programmbezogene Zusatzinformationen, das Fernsehprogramm sowie aktuelle Nachrichten. Viele Privatsender senden außerdem Werbung, überwiegend für gebührenpflichtige Telefon‑Hotlines, Gewinnspiele oder Erotik‑Angebote. Vereinzelt wurde auch mit interaktiven Teletextseiten experimentiert. Einige Sender senden heute (Stand: 2012) zu bestimmten Sendungen auch Untertitel für Hörgeschädigte über den Teletext. Diese enthalten dann die Dialoge der Personen und beschreiben wichtige Geräusche. In der BRD begann eine zehnjährige Testphase eines gemeinsamen Teletextes von ARD und ZDF am 1.6.1980; der Regelbetrieb startete 1990. Zum Dezember 1999 trennten sich die Partner ARD und ZDF, um zwei unabhängige Angebote zu starten. Mittlerweile verfügen fast alle regionalen und überregionalen Programme über eigene Teletextdienste.

Literatur: Mothersole, Peter L. / White, Norman W.: Broadcast data systems. Teletext and RDS. Jordan Hill, Oxford: Focal Press 1992. – An, Jae‑Hyeon: Fernlesen im Vormarsch. Formen, Inhalte und Funktionen des Videotextes. Münster: Lit 1997. – Díaz Cintas, Jorge [...] (ed.): Media for all. Subtitling for the deaf, audio description, and sign language. Amsterdam [...]: Rodopi 2007.
 

Referenzen:

Antiope

Ceefax


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: W JH


Zurück