Lexikon der Filmbegriffe

kulturelle Filmförderung

Erste Maßnahmen zur (wirtschaftlichen) Filmförderung gab es bereits in den 1920ern. Aber erst nach dem Weltkrieg kam es zu einer filmpolitischen Bereitschaft, nicht nur den ökonomisch erfolgreichen Film durch Ausfallbürgschaften, Steuerbefreiungen oder -rückstellungen etc. zu fördern, sondern auch auf der Grundlage der künstlerischen Qualität fördernd in die Filmwirtschaft einzugreifen. In der BRD richtete das Innenministerium 1951 eine Reihe von dotierten Filmpreisen für ästhetisch anspruchsvolle Filme ein; auch die 1951 eingerichtete Filmbewertungsstelle, deren Einstufungen zu Steuerbefreiungen von Filmen führten, gehört zur kulturellen Filmförderung. Die Einrichtung des Filmförderungsgesetzes (1967) änderte an der Struktur der kulturellen Filmförderung zunächst nichts. Es kam in den 1980ern allerdings zu einem Ausbau der Fördermaßnahmen, die anfangs nur aus dem 1951 gegründeten Deutschen Filmpreis bestanden; vor allem (oft nicht rückzahlbare) Produktionsförderungen suchten schon in der Konzeptionierung von Filmprojekten fördernd eingreifen. Die Förderung erfolgt vor allem durch Preisgelder (Deutscher Kurzfilmpreis, Deutscher Drehbuchpreis, Verleiherpreis, Kinoprogrammpreis und Innovationspreis); so ist die Nomination eines Films für den Deutschen Filmpreis mit 250.000 €, die Auszeichnung mit 500.000 € dotiert. Daneben gibt es eine eigene Kopien- sowie eine Verleihförderung; auch werden mehrere überregional bedeutsame Festivals finanziell unterstützt. Die Produktionsförderung wird seit 2007 auch durch den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) geleistet. Neben der kulturellen Filmförderung des Bundes haben alle Bundesländer eigene Strategien der kulturellen Filmförderung entwickelt.

Literatur: Behrmann, Malte: Filmförderung im Zentral‑ und Bundesstaat. Eine vergleichende Analyse der Filmförderungssysteme von Deutschland und Frankreich unter besonderer Berücksichtigung der Staatsverfasstheit. Berlin: Avinus 2008. – Duvvuri, Stefan A.: Öffentliche Filmförderung in Deutschland. Versuch einer ökonomischen Erfolgs‑ und Legitimationsbeurteilung. München: Fischer 2007. – Pracht, Hans‑Gerd (Hrsg.): Kulturelle Filmförderung des Bundes. Bonn:  Bundesministerium des Innern, Referat Öffentlichkeitsarbeit 1996. 


 

Referenzen:

Deutscher Filmpreis

exception culturelle


Artikel zuletzt geändert am 30.08.2012


Verfasser: HHM


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