Lexikon der Filmbegriffe

onion skinning

von engl.: onion skin = sehr dünnes, durchscheinendes Papier zum Durchschreiben, Florpost

Onion skinning wird gelegentlich in der 2D- und in der Puppen- oder Knet-Animation verwendet, wenn man einzelne Bewegungsabläufe sehr detailliert untersuchen will, bevor man die Auflösung in die tatsächlichen Einzelbilder (resp. „Phasen-Haltungen“ des Modells) vornimmt – dann können aus neun Positionen eines onion skinning nur drei tatsächlich realisierte Bilder werden. Onion-Skin-Bilder erinnern an mehrfach belichtete Phasenphotographien oder an manche Werke der futuristischen Bildnerei. In der Computergraphik entwirft der Rechner eine Kette von Einzelpositionen eines Bewegungsablaufs, aus der dann wiederum die für den Film relevanten Positionen ausgewählt werden können. Verwandt ist das aus der Praxis der Zeichentrick-Animation bekannte Verfahren, wenn Bewegungen einzelner animierter Akteure auf Papier oder Folie aufgetragen werden und die Kontinuität der Bewegung durch schnelles Hin- und Herblättern simuliert wird. Manchmal werden (z.B. in der Flow-Motion – erinnert sei an den Flug der Kugeln oder den Wechsel der Körperhaltungen in Matrix, USA 1999) im Film selbst derartige Phasenbilder eingesetzt: mit dem Effekt der Zeitdehnung, der Vorstellung einer nicht-sichtbaren Beschleunigung der Abläufe, als Heraustreten der Szene aus dem normalen Repräsentationsmodus des Films usw


Artikel zuletzt geändert am 30.08.2012


Verfasser: JH


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