Lexikon der Filmbegriffe

Kinoplasticon

Kinoplasticon war ein auf dem Vivaphone basierendes Sound-on-Disc-Verfahren, das im April 1913 im Scala-Theater in London vorgeführt wurde. Dabei wurden Filmbilder von der Seite auf eine bettlakenartige Leinwand auf der Bühne projiziert, auf der gleichzeitig Schauspieler agierten. Die Schauspieler in den Filmen – nach Hepworths Autobiographie wurden mehrere Filme produziert (darunter Good Queen Bess, 1913) – trugen weiße Kleidung, hatten zudem Gesichter und Hände weiß gefärbt; sie wurden vor einem schwarzen Hintergrund aufgenommen; in der Projektion wirkten sie wie Geisterbilder inmitten der Bühnenaktion. Ob dabei auch farbige stereoskopische Aufnahmen projiziert wurden, wie gelegentlich behauptet wurde, ist fraglich. Die Aufführungen fanden allerdings nur geringes Interesse, so dass das Verfahren bald wieder verschwand.

Literatur: Hepworth, Cecil M.: Came the dawn. Memories of a film pioneer. London: Phoenix House Limited 1951.
 

Referenzen:

Vivaphone


Artikel zuletzt geändert am 03.09.2012


Verfasser: JH


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