Lexikon der Filmbegriffe

Patentgeschichte

Eine wenig entwickelte, nur gelegentlich verwendete Methode der Historiographie der technischen Entwicklung von Medien ist die Patentgeschichte. Das (nationale und internationale) Patent gilt dabei einerseits als zuverlässige Quelle über den Aufbau historischer Apparate und der dabei verwendeten Technologien der Aufzeichnung, Speicherung, Weitergabe, Projektion usw. von Daten. Andererseits geben gerade Patentstreitigkeiten und -prozesse aufschlussreiche Hinweise auf historische Praxen der Medienproduktion; man denke etwa an die Aufteilung der Erde in drei Patentzonen und den damit verbundenen Patent‑Austausch zu Beginn der Tonfilmzeit (1930) oder an die Versuche, auf Grund von Patentbesitz eine fast monopolistische Struktur der amerikanischen Filmwirtschaft durchzusetzen (getragen durch die Motion Pictures Patents Company, MPPC, 1908-15).

Literatur: Kümmel-Schnur, Albert / Kassung, Christian (Hrsg.): Bildtelegraphie. Eine Mediengeschichte in Patenten (1840-1930). Bielefeld: Transcript 2012. – Taha, Nadine: Patent in Action. Das US-amerikanische Patent aus der Perspektive der Science and Technology Studies. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft, 6 (= 1, 2012), 2012, S. 36-47.

Referenzen:

Motion Picture Patents Company (MPPC)


Artikel zuletzt geändert am 23.09.2012


Verfasser: HHM


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