Lexikon der Filmbegriffe

Sprechfilm

(1) Ältere Bezeichnung für „Tonfilm“, darauf hindeutend, dass in der Frühzeit die Aufzeichnung und Wiedergabe gesprochener Sprache (vor allem von Dialogen) hohen Aufmerksamkeitswert hatte. Der Bezeichnung ist aber auch ansehbar, dass die Präsenz von „Ton“ bei der Kinovorführung durchaus gewohnt war.

(2) Als kritische, ja diffamierende Bezeichnung des Tonfilms verstand Rudolf Arnheim unter „Sprechfilm“ solche Filme, die sich ganz auf die gesprochene Sprache als künstlerisches Ausdrucksmittel stützten und dabei die Gestaltung des Visuellen vollständig vernachlässigten. Damit würde die Potenz ästhetischer Gestaltung, die der Stummfilm gewonnen habe, zugunsten einer Art abgefilmten Theaters wieder aufgegeben.

Literatur: Arnheim: Rudolf: Film als Kunst. Frankfurt: Fischer 1979, S. 227ff, 256ff. Zuerst 1932. – Ds.: Neuer Laokoon. Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht anläßlich des Sprechfilms. In seinem: Kritiken und Aufsätze zum Film. Hrsg. v. Helmut H. Diederichs. München: Hanser 1977, S. 81-112. Zuerst 1938.


Artikel zuletzt geändert am 23.09.2012


Verfasser: JH


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