Lexikon der Filmbegriffe

HiFi-Stereo-70


auch: Stereo-70

Der norwegische Filmtechniker Jan W. Jacobsen, der bereits das Superpanorama-70-System entwickelt hatte, konstruierte Mitte der 1960er Jahre das Stereo-Kinotar-Objektiv zur Projektion stereoskopischer Filme. Zu dem Zweck wurden die beiden Teilbilder einer stereoskopischen Aufnahme nebeneinander auf einem 65mm/70mm‑Streifen belichtet. Das Stereo-Kinotar-Objektiv hob mit seinen beiden nebeneinanderliegenden anamorphischen Einheiten am 70mm-Projektor die Anamorphose auf, polarisierte die Teilbilder gegenläufig und überlagerte sie auf der Leinwand, so dass die mit Polarisation‑Brillen ausgestatteten Zuschauer ein farbiges, dreidimensionales Bild von hoher Güte sehen konnten. Bei der Vorführung wurde eine 70‑mm‑Kopie mit 4‑Kanal‑Stereoton eingesetzt. Bis in die frühen 1970er  wurden allerdings nur wenige Filme in dem HiFi‑Stereo‑70‑System produziert (darunter spanische Abenteuer- und Horrorfilme wie La Marca del Hombre Lobo, 1967, oder das deutsche Lustspiel Liebe In Drei Dimensionen, 1972). Danach kam das Verfahren fast nur noch bei Schaustellerfilmen zur Anwendung.


Referenzen:

Stereo-Kinotar


Artikel zuletzt geändert am 02.10.2012


Verfasser: JH


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