Lexikon der Filmbegriffe

Moy & Bastie

Ernest Francis Moy fing als Sechzehnjähriger als Elektriker im Londoner Her Majesty's Theatre an, einem der ersten Häuser, das elektrisches Licht verwendete. Er traf dort mit dem Elektroingenieur Percy Henry Bastie zusammen; die beiden gründeten eine Firma (Ernest F. Moy Ltd.), die Elektrozubehör herstellte. Sie rüsteten auch den Filmpionier Robert W. Paul mit elektrischem Equipment für seine Film-Vorführungen aus. Bereits 1897 meldete Moy mehrere Patente zum elektrischen Betrieb der Kinoprojektion an. 1900 brachte Moy & Bastie eine eigene Kamera auf den Markt (die „Moy“), die sich schnell am Markt platzieren konnte und in mehreren Weiterentwicklungen um 1910 weltweit in Gebrauch war; u.a. nutzte Robert Scott sie auf seiner Antarktis-Expeditiopn (1905); und die Anekdote besagt, dass die ersten Aufnahmen, die in Hollywood gemacht wurden, mit einer Moy-Kamera gemacht worden seien. 1907 stellte die Firma eine Kamera für den Smith-Urban-Zweifarben-Kinemacolor-Prozess vor; 1911 folgte eine Gyroskop-Kamera, die für Luftaufnahmen verwendet werden konnte. Nach dem Tod Moys (1926) geriet die Firma in große Schwierigkeiten, obwohl sie noch ein Patent zur Verbesserung des Malteserkreuzes angemeldet hatte. Die Firma existiert bis heute und ist als technisches Service-Unternehmen in den Elstree Studios in Borehamwood, Hertfordshire, lokalisiert.


Artikel zuletzt geändert am 02.10.2012


Verfasser: JH


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