Lexikon der Filmbegriffe

Beck-Patent

auch: Beck‘sches Patent

Das Beck-Patent war eine 1914 vorgestellte  Stummfilm-Livemusik-Kombination: Die Sänger und Sängerinnen sowie ihre Begleitung (Klavier oder Orchester) agierten live im Kino; eine konvexeingespiegelte Aufnahme des Dirigenten am unteren Bildrand sorgte für die Synchronisation von Bild und Musik; gelegentlich erschien auch ein Metronom auf dem Film. Zumeist liehen regional oder überregional bekannte Musiker den Filmfiguren ihre Stimmen. Zu den bekanntesten gehörte Gustav (Adolf) Zeitzschel, der für die Delog Filmgesellschaft von 1915 an zahlreiche Opern- und Operettenfilme begleitete (Cavalleria rusticana, Pietro Mascagni; Der Freischütz, Carl Maria von Weber; Die lustigen Weiber von Windsor, Otto Nicolai; u.a.m.); Zeitzschel oganisierte zudem für die deutsch‑österreichische Künstlergesellschaft Gesang‑Film‑Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den 1920ern gab es aufwendige Produktionen mit Sängern, Chor und Orchester (wie Heinrich Heines erste Liebe, 1921/22, Eva Christa, Das Herz am Rhein, 1925, Heinrich Lisson, oder Ich hatt‘ einen Kameraden, 1926, Conrad Wiene).


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: JH


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