Lexikon der Filmbegriffe

Bokeh


jap., = unscharf, verschwommen

Seit Mitte der 1990er in der Photographie verwendeter Begriff, um die subjektive, ästhetische Qualität von unscharfen Gebieten in einer fotografischen Abbildung zu kennzeichnen; es geht dabei nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche zu einer ästhetischen Gesamtkomposition des Bildes beitragen. Es hängt vom Objektiv ab, ob die unscharfen Bereiche vor allem im Bereich „vor“ dem Schärfentiefenfeld als helle Kreise dargestellt werden oder eine andere Form, Farbe oder Kontrast haben (weshalb man vom „Bokeh eines Objektivs“ spricht). Oft kommt es zu klaren Differenzen, wie Unschärfen im Vorder- und Hintergrund wiedergegeben werden. Bokeh ist eine ausgesprochen subjektive Qualität, die schwierig zu messen ist und kontrovers diskutiert wird und der ein weitgehend intuitiver Umgang mit Objektiven korrespondiert. Die Bedeutung der Bokeh-Eigenschaften geht in der digitalen Photographie zurück, weil elektronisch in der Bildbearbeitung auch die unscharfen Bereiche des Bildraums verändert werden können.



Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: JH


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