Lexikon der Filmbegriffe

DtM Productions

DtM (= Direct to Museum) ist ein ironischer Begriff aus der amerikanischen Medienhistoriographie. Gemeint sind technische Verfahren und Apparate oder sogar ganze Medien, die es nie bis zum Publikum (oder gar zur Produktionsreife) geschafft haben. Dass eine Entwicklung zu einem DtM-Produkt führt, hat meist mit (patent- und urheber-)rechtlichen, aber auch mit technikgeschichtlichen und ökonomischen Gründen zu tun. Man denke an die Visivox (ein 16mm-Tonfilmverfahren im Sound-on-Disc-Verfahren für den Amateurbereich), die nur in Prototypen vorliegt, oder an die von dem englischen Erfinder Theodore Brown bereits 1903 dokumentierten Oscillatory Projection (ein 3D-Verfahren stereoskopischer Projektion; auch: Motional Perspective, Direct Stereoscopic Projection), die nie vermarktet wurde. Den DtM-Productions verwandt sind die „toten Medien“ (dead media), die alle Medien versammeln, die kaum über die Entwicklungsphase hinausgekommen sind oder die nach einer Zeit des Gebrauchs inzwischen in die Bedeutungslosigkeit zurückgesunken sind.

Referenzen:

Dead Media Project

Electronic Film System


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: JvH


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