Lexikon der Filmbegriffe

Studios de Joinville

auch: Pathé-Joinville, Pathé-Joinville-le-Pont, Studios de Joinville-le-Pont

Der französische Filmpionier Charles Pathé richtete 1906 in Joinville-le-Pont in der Région Île‑de‑France eine Labor zur Filmbearbeitung ein (andere Quellen nennen 1903 oder 1908). Im Auftrag von Pathé (und Gaumont) errichteten die Möbelhändler Gebr. Levinsky zunächst eine einzelne Baracke; ab 1923 wurden auch die 9,5mm-Filme des Pathé-Baby-Systems in Joinville produziert und entwickelt.  Erste Filmaufnahmen bei Naturlich deuteten aber schon in den 1910ern den Ausbau zum Studio an; es kam allerdings erst 1921 zum Einbau elektrischer Beleuchtungsanlagen. Joinville wurde – neben den Pathé-Studios in  Saint‑Maurice à Saint‑Maurice im Val‑de‑Marne – zu einer zweiten größeren Produktionsstätte der Firma. 1923 wurde ein Neubau errichtet. Im Krieg brannten die Aufnahmehallen großenteils ab (1940); erst 1946 wurden sie zunächst nur teilweise wieder aufgebaut. 1947 wurden die Studios in die Studio-Union Franstudio integriert. Der Aufnahmebetrieb wurde 1987 eingestellt; 1991 wurden die Studios abgerissen. Zu den Filmen, die in Joinville entstanden, gehörten L’Argent (1928, Marcel l’Herbier), Pépé le Moko (1936, Julien Duvivier), Les Portes de la Nuit (1947, Marcel Carné)  und die Jean-Renoir-Filme French Cancan (1954) und Le Déjeuner sur l’Herbe (1959).


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: HHM


Zurück