Lexikon der Filmbegriffe

Prominentenpaare

engl.: celebrity couples

Dass die Boulevardpresse eines der wichtigsten Medien des Star-Marketings ist und sie als öffentliche Figuren im populären kulturellen Gedächtnis bewahrt, ist ebenso unstrittig wie die Tatsache, dass das Privatleben der Stars (oder allgemeiner: der Prominenten) in das Zentrum des Klatsches gehört. Wenn nun gleich beide Partner einer Beziehungsgeschichte dem Prominentenwesen zugehören, ist das dauernde öffentliche Interesse sicher. Wenn nun ein Paar wie Elizabeth Taylor und Richard Burton eine spannungsreiche Ehe öffentlich inszenieren, ist es, als spielten sie auf einer Realbühne das so verborgene Interesse des Boulevard aus. Die Intimität der Details, die berichtet werden, ist nur ein Teil der Inszenierung der Stars, gehört ihrem Marketing wesenhaft zu. Alle Elemente des nur vorgeblich Privaten werden so zu Sujets eines öffentlichen Schauspiels, das immer mit Zuschauern rechnet. Das Prinzip gilt für alle Segmente der Unterhaltungsindustrie, geht sogar darüber hinaus (wie man an Präsidentenpaaren leicht sehen kann). Es können ganze Familien (wie der Jackson-Clan), über deren inneren Konflikte geredet wird, es können Beziehungsgeschichten von der Phase der Verliebtheit über die Hochzeit und die Kinder bis hin zu Seitensprung und Scheidung, es können öffentliche Adoptionen (wie Madonnas Bemühen um die kleine Malawierin Mercy), sogar Morde (man denke an Ingrid van Bergens Schüsse auf ihren Geliebten) sein, die zum Boulevardthema werden. Ein besonders kurioses Beispiel sind die Berichte über die „Heirat“ des Filmhundes Strongheart mit der Schäferhündin Lady Jule (1924), die neuen Auftrieb bekamen, als die beiden gar mehrere Würfe Nachwuchs bekamen. Es gibt sogar neben den Playboys und -girls Prominente, die fast ausschließlich durch den Boulevard bekannt sind (wie die Schauspielerin Paris Hilton, die vor allem durch vorgeblich private Sexvideos zu größerer Prominenz kam).


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: JvH


Zurück