Lexikon der Filmbegriffe

Payola

Kunstwort aus engl.: to pay = bezahlen / + pay for play = bezahlen für das Spielen / + Moviola; wird die Bestechung mit Drogen vollzogen, wird auch von drugola gesprochen

Aus der Kritik stammende Bezeichnung für die Bestechung von Disc‑Jockeys und Programm‑Redakteuren von Rundfunk‑ und Fernsehsendern durch Plattenfirmen für das häufige Spielen eines bestimmten Liedes, um so die Popularität eines Liedes anzukurbeln und damit größere Umsätze von Plattenverkäufen zu ermöglichen. Der Begriff wurde zum ersten Mal wohl 1938 in der Variety verwendet, in dem das damals sogenannte cut attackiert wurde – den Eintrag auch von Nichtkomponisten als Urheber eines Musikwerks (v.a. Produzenten), die keinerlei kreativen Anteil an dessen Entstehung gehabt hatten (die Variety hatte bereits 1916 derartige Praxen notiert). Zum „Payola-Skandal“ kam es 1959, als die großen Plattenfirmen eine Untersuchung der Federal Communications Commission anregten, um den zunehmenden Erfolg kleiner und unabhängiger Labels als Effekt der Bestechung der Radiomoderatoren zu erklären und zu unterbinden. 1962 wurden sechs DJs verurteilt, nachdem die Radiosender freiwillig die Ausstrahlung unabhängiger Produktionen (vor allem aus dem Rock‘n‘Roll-Bereich) drastisch reduziert hatten. Auch die Manipulation von Charts gehört zu den Erscheiningsformen des Payola. Seit den 1970ern ist es mehrfach zu Prozessen gegen bestechende Firmen gekommen (zuletzt 2005 gegen Sony BMG).

Literatur: Mol, Joeri M. / Wijnberg, Nachoem M.: Competition, selection and Rock and Roll. The economics of Payola and authenticity. In: Journal of Economic Issues 31,3, 2007, 701‑714. – Lindsay, Cotton Mather / Maloney, Michael T.: Party politics and the price of payola. In: Economic Inquiry 26,2, 1988, S. 203‑221. – Rennhoff, Adam D.: The consequences of "consideration Payments". Lessons from radio payola. In: Review of Industrial Organization  36,2, 2010, S. 133‑147.


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2012


Verfasser: W HHM


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