Lexikon der Filmbegriffe

Big Bug Films


dt. etwa: Rieseninsektenfilm

In der paranoiden Hochphase des Kalten Krieges bevölkerten seit Them! (1954, Gordon Douglas) eine ganze Reihe von riesenwüchsigen Insekten das US-amerikanische Kino. Immer wurden kleinbürgerliche Bewohner meist kleiner Städte mit dem Angriff von Monster-Insekten konfrontiert und mussten sich im Kampf gegen die so bedrohlichen Attacken bewähren (meist am Ende durch den Einsatz militärischer und sogar atomarer Waffen). Die Tiere waren manchmal durch Atombombenversuche zur Mutation veranlasst worden, kamen manchmal aus dem Weltraum, stiegen manchmal auch aus der Tiefsee auf. Es waren bevorzugt Insekten – Spinnen (wie in Tarantula, 1954, Jack Arnold, oder Earth v. The Spider, 1958, Bert I. Gordon), Skorpione (wie in The Black Scorpion, 1957, Edward Ludwig), elefantengroße Grashüpfer (wie in Beginning of the End, 1957, Bert I. Gordon), Gottesanbeterinnen (wie in The Deadly Mantis, 1957, Nathan Juran) oder auch Wespen (wie in The Wasp Woman, 1959, Roger Corman). Die Filme sind ausnahmslos B-Produktionen und gehören dem SF-Horror der Zeit zu. Zwar gibt es auch weiterhin Rieseninsekten im Film, doch bilden die Filme der späten 1950er eine eigene Gruppe, die sich durch die Klarheit der Weltordnung auszeichneten, die durch die Insektenwesen bedroht wurden; meist wird die Verteidigung der amerikanisch-bürgerlichen Welt als Symbolisierung eines möglichen Angriffs fremder Mächte interpretiert.

Literatur: Bellin, Joshua: Us or Them!: Silent Spring and The "Big Bug" Films of the 1950s. In: Extrapolation 50,12, 2009, S. 145‑168. – Tsutsui, William M.: Looking Straight at "Them!" Understanding the Big Bug Movies of the 1950s. In: Environmental History 12,2, April 2007, S.  237‑253.



Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: JvH


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