Lexikon der Filmbegriffe

Erzähler (2)

Im Film können Erzähler explizit dargestellt sein – als Figuren oder auch nur als Stimmen. Besonders explizit ist die Erzählerfigur oft am Beginn der Geschichte ausgestellt (wie etwa in Gigi, USA 1958, Vincente Minnelli, in dem Maurice Chevalier in die Geschichte einführt und dabei in schwärmerischer Manier von „Thank Heaven for Little Girls“ singt). Manchmal tritt die Erzählerfigur auch am Ende noch einmal auf – etwa in der fatalen Neukontextualisierung in Train de Vie (Frankreich/Rumänien 1998, Radu Mihaileanu), als der Erzähler als KZ-Häftling erkennbar wird. Erzähler können im Voice-Over-Verfahren die Geschichte als Selbsterlebtes oder als Bericht über das, was anderen zugestoßen ist, erzählen. Und manchmal sind sie selbst Teilnehmer der Handlung und stellen sich zu Beginn vor (wie Tony Randall alias Hercule Poirot in der Vortitel-Sequenz von Frank Tashlins Kriminalkomödie The Alphabet Murders, Großbritannien 1965).

Literatur: Kuhn, Markus: Filmnarratologie. Ein erzähltheoretisches Analysemodell. Berlin/New York: Walter de Gruyter 2011.

Referenzen:

Binnenerzählung

Erzähler (1)

presenter

Voice-Over


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: HJW


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