Lexikon der Filmbegriffe

GosFilmoFond

heute: Gosfilmofond of Russia; auch: Gosfil’mofond

1936/37 veranlasste die sowjetische Regierung die Einrichtung eines zentralen Filmlagers für die gesamte Sowjetunion, aus der die spätere Gosfil‘mofond hervorging. Während des Krieges wurden alle Filme einschließlich der Negative ausgelagert, kehrten danach in das Archiv in Belye Stolby nahe Moskau zurück, wo das Archiv bis heute residiert. Am 4.10.1948 wurde das Filmlager auf Weisung des Ministerrats neu organisiert und erhielt seinen Namen Gosfilmofond UdSSR. 1957 wurde es Mitglied der FIAF und nahm eine ganze Reihe von Kooperationen und Tauschprojekten mit internationalen Filmarchiven auf. Nach der formalen Auflösung der Sowjetunion wurde auch das Archiv in Gosfil‘mofond Rossii umbenannt. Der Zusammenhalt der Sammlung – die zu den größten Filmsammlungen der Welt gehört – konnte gesichert werden. Heute gehört es zu den Einrichtungen, die der „Bewahrung des Kulturerbes der Völker der Russischen Föderation“ gewidmet sind. Das Archiv betreibt ein eigenes Kino (namens Illusion), kooperiert mit zahlreichen internationalen Archiven und Filmfestivals. Zu den größten Projekten gehört die Erarbeitung eines annotierten Gesamtkatalogs des sowjetischen Filmschaffens von 1918-91 (Sovetskie chudozestvennye fil'my. Annotirovannyj katalog, seit 1961), das durch zahlreiche weitere Nachschlagewerke vor allem zu den Personalia des Sowjetkinos komplementiert wird.

Homepage: http://www.aha.ru/~filmfond/indexe.htm.

Literatur: Malyšev, Vladimir S.:  Gosfil'mofond: zemljanicnaja poljana. Moskva: Paškov Dom 2005. – Dmitrijew, W.: Das größte Filmarchiv Europas: der Staatliche Filmfonds der UdSSR (Gosfilmofonds). In: Filmkunst: Zeitschrift fuer Filmkultur und Filmwissenschaft, 88, 1980, S. 10‑12. – Dmitriev, Vladimir Y.: Gosfilmofond: the film archive of the Russian Federation. In: Museum International 46,4 (=184), 1994, S. 16‑20.


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: HHM


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