Lexikon der Filmbegriffe

Naturfilm

engl.: nature film

Thematische Untergruppe des Dokumentarfilms, der sich mit naturwüchsiger Natur, vor allem mit Tieren in ihren ursprünglichen Umgebungen in freier Wildbahn befasst. Vor allem Walt Disneys Produktionen der True-Life-Adventures (seit 2008 eine eigene Abteilung der Studios) haben die Gattung bekannt gemacht. Zu den frühesten Vertretern gehörten der Tierfilmer Jean Painlevé (Kurzfilme seit 1927), die Produktionsfirma „Naturfilm Hubert Schonger“, der Regisseur Arne Sucksdorff (Det stora äventyret, Schweden 1953), der Unterwasserfilmer Jacques-Yves Cousteau (Paysages du silence, Frankreich1947) oder der Kameramann und Regisseur James Algar (White Wilderness, 1958), der mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. Heute werden Naturfilme meist als mittellange Filme für das Fernsehen produziert, wenngleich unter den Vorzeichen eines wachsenden Bewusstseins ökologischer Probleme und Themen Filme wie Microcosmos – Le peuple de l'herbe (Frankreich 1996, Claude Nuridsany, Marie Perennou) oder Das grüne Wunder ‑ Unser Wald  (BRD 2012, Jan Haft) auch im Kino erfolgreich liefen.

Literatur: Berg, Jan / Hoffmann, Kay (Hrsg.): Natur und ihre filmische Auflösung. Marburg: Timbuktu 1994. – Chris, Cynthia: Watching Wildlife. Minneapolis: University of Minnesota Press 2006. – King, Margaret J.: The Audience in the Wilderness. In: Journal of Popular Film and Television 24,2, 1996, S. 60‑68. – MacDonald, Scott: Up Close and Political: Three Short Ruminations on Ideology in the Nature Film. In: Film Quarterly 59, 2006, S. 4-21.

Referenzen:

Kulturfilm

Naturkundefilm

Tierfilm

Unterwasserfilm


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: AS


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