Lexikon der Filmbegriffe

Amber / Amber Film

Das Amber-Projekt wurde 1969 in Newcastle upon Tyne gegründet. Es sollte ein Film- und Fotografie-Workshop in Beziehung zu den Arbeiterkulturen im Nordosten Englands entstehen, eine Programmatik, die bis heute für die Gruppe verbindlich geblieben ist. Produktion, Distribution und die Durchführung von Veranstaltungen sollten als Partnerschaft von Filmemachern, Fotografen, Schriftstellern und den Gemeinden vor Ort integriert und zu kollektiven Produktionsweisen weiterentwickelt werden. In der künstlerischen Arbeit ging es darum, die Erfahrungswelt der Arbeiter zu erkunden, zu dokumentieren und zu feiern. Es entstand eine ganze Reihe von Filmen, die schnell nationale und internationale Anerkennung fanden. Und es entstand eine umfangreiche Sammlung von Fotografien der Arbeitswelt, die an die Arbeit so berühmter Fotografen wie Cartier-Bresson, Weegee, August Sander oder Robert Doisneau anzuschließen versuchte. Seit 1977 betreibt die Gruppe die Side Gallery (so benannt nach einer Straße in Newcastle, die unter der berühmten Brücke verläuft), die mit ihren Ausstellungen durch die ganze Region reist. Ein Kino (in Newcastle), eine Bibliothek und ein Studienzentrum ergänzen das Angebot.


Zu den heutigen Mitgliedern der Gruppe zählen Richard Grassick, Ellin Hare, Sirkka-Liisa Konttinen, Murray Martin, Pat McCarthy und Peter Roberts. 1989 wurde Amber durch den BFI Independent Achievement Award geehrt. Zu den Filmen der Amber-Gruppe gehören die (halbdokumentarischen) Spielfilme Seacoal (1985), In Fading Light (1989), The Scar (1997), Like Father (2001), längere Dokumentarfilme wie Tyne Lives (1980), Byker (1983), Double Vision (1986), Letters to Katja (1994) sowie eine ganze Reihe dokumentarischer Kurzfilme. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HJW


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