Lexikon der Filmbegriffe

Production Code Administration (PCA)

ab ca. 1940 auch „Breen Office“ nach dem katholischen Kinoreformer Joseph Ignatius Breen, der zum ersten Leiter des Büros nominiert worden war; auch bekannt als „Hays Office“ nach dem Rechtsanwalt Will H. Hays, der dem Vorläufer des Büros von 1922 vorgestanden hatte und der die Formulierung des Production Code forciert hatte

Am 13.6.1934 wurde das Büro durch die Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA) gegründet, das die zensurartigen Auflagen des Production Code durchsetzen sollte. Alle neuen Filme mussten vor der Kinoauswertung durch das Büro begutachtet werden. Erst dann, wenn der Film im Einklang mit den Forderungen des Code stand und das PCA-Siegel erhielt, durfte er im Kino gezeigt werden. Kam es zu Verstößen und Umarbeitungen der Filme nach der Freigabe, wurde der Film mit Strafen von 25.000 US-$ belegt und durfte vor allem nicht mehr in den MPPDA-Kinos aufgeführt werden, zu denen die wichtigsten Premierenkinos gehörten. Die Studios legten darum die Vorgaben des Code ihren eigenen Produktionen auf, befolgten sie schon während der Produktion. Die Arbeit des Büros endete de facto 1956; es wurde aber erst 1968 definitiv aufgelöst, die Filmfreigabe durch ein Ratingsystem ersetzt.

Literatur: Black, Gregory D.: Hollywood Censored: The Production Code Administration and the Hollywood Film Industry, 1930‑1940. In: Film History 3,3, 1989, S. 167-189. – Brisbin, Richard A., Jr.: Censorship, Ratings, and Rights. Political Order and Sexual Portrayals in American Movies. In: Studies in American Political Development 16, 2002, S. 1-27.

Referenzen:

Hays-Code: Gründung

Hays-Code: Praxis und Ende

Production Code


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: HHM


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