Lexikon der Filmbegriffe

expository dialogue

dt. etwa: erklärender Dialog

Wenn man Erklärungen über den Gang der Geschehnisse, über die Motivation oder den Charakter der Figuren in die Dialoge zwischen Figuren integriert, wirken die Dialoge oft manieriert, umständlich und weisen überflüssigerweise auf den Erzählrahmen hin. Schon ein Dialogsatz wie: „Hoffentlich hast Du heute mehr Erfolg bei Deiner Arbeit in der Schule!“, mit dem sich die Frau morgens von ihrem Mann verabschiedet, wirkt artifiziell (weil Frauen in der Regel wissen, wo ihre Männer arbeiten). Erklärende Dialoge können sich bis zu längeren Passagen ausweiten, in denen Vorgeschichten, die den Partnern bekannt sind, ausgebreitet und Annahmen über Beweggründe des Handelns (dabei der Drehbuchkonferenz ähnelnd) diskutiert werden. Drebuchentwicklung besteht zum Teil darin, die Dialogpassagen von den expositorischen Elementen zu bereinigen. Eine Ausnahme bilden neben manchen Monologen, in denen die Figur sich selbst darstellt und erklärt, wohl die Ausführungen von Experten in Nebenrollen, die komplizierte technische oder medizinische Zusammenhänge allgemein und sowohl für die Figuren der Handlung wie für den Zuschauer erläutern.


Artikel zuletzt geändert am 11.11.2012


Verfasser: JvH


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