Lexikon der Filmbegriffe

heterodiegetisch

Sammelbezeichnung für alle Elemente, die nicht zur erzählten Welt gehören. Dem Heterodiegetischen steht das Homodiegetische gegenüber, das alles das zusammenfasst, was Teil der Diegese (der erzählten Welt) ist. Insbesondere treten (als Voice-Over-Stimmen oder auch im Bild als Figuren vorgestellte) heterodiegetische Erzähler auf, die außerhalb der Erzählung und der von ihr exponierten Realität positioniert sind (im Gegensatz zu Erzählern, die als diegetische Erzähler am erzählten Geschehen selbst teilnehmen). Sind sie auch szenisch präsentiert, kommt es zu einer Schachtelung der Diegesen (das Erzählen wird zur Rahmenhandlung). Ein homodiegetischer Erzähler ist dagegen zugleich die Hauptfigur; er erzählt gewissermaßen seine eigene Geschichte. Das auf Gérard Genette zurückgehende Modell, die Elemente der Erzählung im Verhältnis zu ihrer Bindung an die Diegese zu bestimmen, lässt sich sehr weit verfeinern.

Literatur: Brinckmann, Christine Noll: Diegetisches und nondiegetisches Licht. In: Montage/AV 16,2, 2007, S. 71-91. – Genette, Gérard: Discours du récit. In: Figures III. Paris: Seuil 1972. Dt. in: Die Erzählung. München: Fink 1994, 2. Aufl. 1998.


Artikel zuletzt geändert am 11.11.2012


Verfasser: AS


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