Lexikon der Filmbegriffe

Plakatmaler: neue Entwicklungen

Mit dem Bau der Multiplexe zum Ende des 20. Jahrhunderts entsteht ein neuer Bedarf an Großplakaten. Allerdings ist das per Hand gemalte Plakat nun die Ausnahme geworden, findet sich nur noch im Zuge einer Werbung im Retro-Chic zu Filmen, die diese Rückbesinnung auf antiquierte Formen bewusst zelebrieren. Die Plakate werden von Postern verdrängt, welche die Verleihe von Grafikdesignern am Computer günstig digital entwerfen und in Masse drucken lassen. Die fotografische Abbildung gerät zur Regel, oft werden Film-Stills kopiert und in die Maske des Posters eingefügt. Der Plakatmaler bekleidet heute ein aussterbendes Gewerbe, da sich seine Handarbeit nur noch wenige große Luxuskinos in den Metropolen leisten können. Auch geht es primär darum, das vom Verleih vorgegebene Postermotiv lediglich mittels Projektionsverfahren frei zu kopieren oder zu variieren. Dies geschieht aus nostalgischen Gründen sowie aufgrund der so immer noch erreichbaren Fernwirkung. Jedoch ist auch ein Trend der Revitalisierung der traditionellen Plakatwerbung festzustellen, der das Verlangen widerspiegelt, sich inmitten der multimedialen Reizüberflutung über „handgemachte“ ästhetische Qualität abzuheben. In Deutschland existieren 2012 noch rund zehn aktive Plakatmaler, die sich aber längst nicht ausschließlich durch Aufträge der Kinobetreiber finanzieren können.

Referenzen:

Plakatmaler


Artikel zuletzt geändert am 11.11.2012


Verfasser: IL


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