Lexikon der Filmbegriffe

VGIK

Abkürzung von: Vsesoyuznyi gosudarstvennyi institut kinematografii (= Staatliches All‑Unions‑Institut für Kinematographie)

Nach der Revolution wurde die sowjetische Filmindustrie 1919 verstaatlicht. Im gleichen Zuge wurde das VGIK auf Initiative Lenins von Wladimir Gardin als weltweit erste Filmschule gegründet (unter dem Namen GTK = Staatliches Technikum für Kinematographie). Sie sollte Filmemachern die Kunst, Propagandafilme (sogenannte Agitki) herzustellen. Gerade die äußerst begrenzen Mittel, die für die Produktion zur Verfügung standen, führten dazu, dass die Studenten der frühen VGIK – unter den Lehrern waren Kuleschow, Eisenstein und Pudowkin) – sich intensiv mit innovativen Darstellungstechniken auseinandersetzten. Die Schule wurde 1925 und 1930 reorganisiert (Umbenennung 1930: GIK = Staatliches Institut für Kinematographie); erst 1934 erhielt sie ihren Namen VGIK. 1986 wurde sie zusätzlich nach dem  russischen Regisseur und Schauspieler Sergei Gerassimow benannt (Gerassimow‑Institut für Kinematographie). In den 1960ern verlor die VGIK de hegemoniale Rolle, die sie bis dahin in vielen Fragen der Filmstilistik, aber auch des Ideologischen eingenommen hatte; manchen galt sie gar als altbacken. Heute ist die Schule eine normale Filmschule, steht in Kontakt zu zahlreichen anderen Schulen, zu Festivals etc.

Homepage: http://www.vgik.info/.


Artikel zuletzt geändert am 23.12.2012


Verfasser: JvH


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