Lexikon der Filmbegriffe

Feelgood Movies

dt. etwa: „Wohlfühl-Filme“

Der Terminus Feelgood Movies beschreibt eine Gruppe von Filmen, deren thematische Motive sich zumeist als individuelle Bewältigung verschiedenster sozialer Ungerechtigkeiten, Liebesprobleme oder auch körperlicher Versehrtheit fassen lassenn und die von einer zutiefst optimistischen, hoffnungsvollen Einstellung getragen sind. Die Kultivierung klassischer Werte wie Freundschaft, Loyalität und Solidarität ist ein wichtiges Element. Im Zentrum der Handlungen stehen häufig linkische Protagonisten, Außenseiter (z.B. aufgrund von Schüchternheit, körperlicher Defizite, aber auch zu hoher Intelligenz oder sogar jedweder Andersartigkeit gegenüber einer vermeintlichen gesellschaftlichen Norm – zum Teil auch im Hinblick auf eine bestimmte soziale Schichtzugehörigkeit), die sich gegenüber verschiedensten Hindernissen bewähren müssen und werden – das happy ending ist in der Regel Bestandteil dieser Filme. Die Figuren können jedoch oberflächlich auch scheitern und in manchen Fällen sogar sterben. Moral, geistige Entwicklung und Inspiration stehen auch dann im Vordergrund. So muss Robin Williams in Dead Poets‘ Society (USA 1989, Peter Weir) in der Rolle des Lehrers John Keating die Schule schlussendlich zwar verlassen, hat in den Köpfen der Schüler jedoch für ein Umdenken gesorgt.
Das Feelgood Movie ist ein klassischer Vertreter des Mainstreamkinos. In aller Regel handelt es sich um Komödien (meist Liebes- und Tragikomödien), die jedoch über die schnelle Pointe hinaus den Anspruch haben, eine positive Aussage über die Welt zu treffen und damit beim Zuschauer nachhaltiges Wohlbefinden zu bewirken. Typische Akteure der Feelgood Movies sind Doris Day, Meg Ryan, Julia Roberts, Tom Hanks oder auch Hugh Grant, sowie der bereits genannte Robin Williams. Ein Klassiker und auch einer der ersten Vertreter des Genres ist It’s a Wonderful Life (USA 1946, Frank Capra). 

Weitere Beispiele: The Sound of Music (USA 1965, Robert Wise); Nuovo Cinema Paradiso (Italien/Frankreich 1988, Giuseppe Tornatore); When Harry Met Sally (USA 1989, Rob Reiner); Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Cafe (USA 1991, Jon Avnet); Le fabuleux destin d’Amélie Poulain (Frankreich 2011, Jean-Pierre Jeunet).

Literatur: Seeßlen, Georg: Das Feelgood Movie als moralisches Überlebensmittel. In: Pop. Kultur und Kritik, 1, Sept. 2012, S. 15-20. Erw. Online.
 

Referenzen:


Artikel zuletzt geändert am 23.12.2012


Verfasser: DM


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