Lexikon der Filmbegriffe

Mockbuster


US-amerik. Kofferwort aus: mock‑up‑blockbuster; dt. etwa: „gefälschter Blockbuster“; in ähnlicher Bedeutung auch: knockbuster (von: knock‑off‑blockbuster)

Schon aus ökonomischen Gründen liegt es nahe, nicht nur erfolgreiche Filme nachzuahmen, sondern auch den Werbeaufwand, der für teure Blockbuster-Produktionen betrieben wird, zur Bewerbung eigener, aber viel kleinerer Produktionen auszunutzen („Windschatten-Werbung“). Die Traditionen des mockbustering weisen weit in die Geschichte der Filmindustrie insbesondere der USA zurück. So wurde der Film Attack of the 50 Foot Woman (USA 1958, Nathan Juran) mehrfach nachgeahmt oder parodiert (etwa in Village of the Giants, USA 1965, Bert I. Gordon). Der bekannteste neue Fall ist Roland Emmerichs Film 2012 (USA 2009), dessen Billig-Mockbuster-Versionen 2012: Doomsday (USA 2008, Nick Everhart) und Supernova 2012 (USA 2009, Anthony Fankhauser) als Direct-to-DVD-Produktionen noch vor dem Original auf dem Markt erschienen. Ähnlich wurde auch der SF-Blockbuster Transformers (USA 2007, Michael Bay) durch den Billig-DVD-Trabanten Transmorphers (USA 2007, Leigh Scott) begleitet; die Teenie-Komödie High School Musical (USA 2008, Peter Barsocchini) wurde durch die evangelikal angehauchte DVD Sunday School Musical (USA 2008, Rachel Goldenberg) komplementiert. Studios wie The Asylum oder Faith Films haben sich ebenso wie manche Regisseure (zu ihnen zählen Fred Olen Ray oder Jack Perez) auf die Realisierung von Mockbustern spezialisiert. Mockbuster sind seit langem mit dem Vorwurf konfrontiert, sie nutzten die Unwissenheit des Publikums in betrügerischer Absicht aus – es ist aber bislang noch nicht zu Urteilen gekommen, die diese Produktionspraxis begrenzen oder gar untersagen würden.
 


Referenzen:

Asylum Studios


Artikel zuletzt geändert am 23.12.2012


Verfasser: HHM


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