Lexikon der Filmbegriffe

Eidophusikon

manchmal dt.: Wolkentheater; von griech.: eidos = Gestalt, Form; physis = natürlich

Der englische Maler Philip James de Loutherbourg eröffnete im Februar 1781 am Leicester Square ein  illusionistisches mechanisches Kleintheater, das er Eidophusikon nannte. Es handelte sich um eine Kleinbühne (1,8x2,5m), die mit maßstabgerechten beweglichen Figuren und echten Requisiten bespielt wurde. Vor allem wurden transparente Bilder verwendet, denen wechselnd-farbiges Licht Leben einhauchte; eine Vorstellung umfasste ursprünglich wohl fünf Szenen, von denen jede den Ablauf einer Tages‑ bzw. Nachtzeit und deren Wetter‑ und Lichtphänomene wiedergab – begleitet von einer mechanischen Geräuschmaschine, die Blitz, Donner, Regen etc. simulierte. In den Umbaupausen verbargen bemalte Vorhänge die Bühne, dazu erklang von Johann Christian Bach komponierte Musik. Die Kombination von Licht, Bewegung und Musik, die von de Loutherbourg als „Moving Pictures, representing Phenomena of Nature“ beworben wurde, gilt vielen Autoren als Vorform des Kinos. Die Szenenbilder gelten als verloren; allerdings finden sich in mehreren Mussen Rekonstruktionen.


Artikel zuletzt geändert am 04.02.2013


Verfasser: JH


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