Lexikon der Filmbegriffe

Visu-Audition

Als Visu-Audition bezeichnet Michel Chion Wahrnehmungsakte, die durch das Auditive dominiert sind und in denen das Bild Bedeutungsgehalte oder -impulse bedient, die dem Auditiven entspringen. Das Visuelle wird sozusagen durch das Akustische besetzt. Beim Konzert z.B. bedienen die Gesten des Dirigenten und die Bewegungen der Musiker das Musikstück und nicht umgekehrt. Wenn eine neutrale Aufnahme einer Bootsfahrt über einen Fluss im Urwald mit sakraler Orgelmusik unterlegt ist, gerät das Bild in einen ganz anderen Strom assoziativ hervorgerufener Bedeutungen als wenn die gleiche Aufnahme von der Gefahren andeutenden Musik des Abenteuerfilms begleitet würde.

Literatur: Chion, Michel: Le Son. Paris: Armand Colin 1998, Kap. 10.


Artikel zuletzt geändert am 04.02.2013


Verfasser: AS


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