Lexikon der Filmbegriffe

Optographie

Als Optographie bezeichnet man die Wissenschaft um die Fixierung des letzten Bildes, das ein Lebewesen vor dem Tod sieht, das seinerseits ein Optogramm ist. Die Vorstellung, dass sich auf der Retina von Toten Reste des letzten Netzhautbildes fixieren lassen, stammt aus dem 19. Jahrhundert (von dem Heidelberger Physiologen Wilhelm Friedrich Kühne). Optogramme spielen fast ausschließlich in der Kunst eine Rolle, forensische Verwertungen wurden diskutiert, mussten aber verworfen werden. Im Film wird manchmal der „letzte Blick“ als freeze frame realisiert; Filme wie Peeping Tom (Großbritannien 1960, Michael Powell) oder Strange Days (USA 1995, Kathryn Biggelow) dramatisieren das Motiv des „letzten Blicks“.

Literatur: Zackenfels, Maximilian: Litterar‑historische Darstellung der Optographie. Greifswald: Abel 1897. – Stiegler, Bernd: Belichtete Augen. Optogramme oder das Versprechen der Retina. Frankfurt: S. Fischer 2011. – Encyclopedia of optography. The shutter of death. Comp. by Derek Ogbourne. S.l.:  Muswell 2008. – Evans, Arthur B.: Optograms and Fiction: Photo in dead Man's Eye. In: Science Fiction Studies 20,3, 1993, S. 341‑361. – Ogbourne, Derek: Der letzte Blick ‑ Museum of Optography. [Katalog.] Heidelberg: Kurpfälzisches Museum [2010].


Artikel zuletzt geändert am 11.02.2013


Verfasser: JH


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