Lexikon der Filmbegriffe

kaiju-eiga

von japan. kaiju ‚Meeressäugetier, Monstrum, Ungeheuer‘ + eiga ‚Film‘ = ‚Monsterfilm‘

Japanische Variante des Horrorfilms mit riesigen tierischen bzw. tierähnlichen Monstern auf der Folie der King Kong-Filme. Begründet wurde sie 1954 mit dem ersten Film der an die 30 Filme umfassenden Godzilla-Reihe, Gojira von Inoshiro (Ishiro) Honda (1911-1993), einem engen Freund Akira Kurosawas. Godzilla (japan. Gojira ist eine Zusammenziehung aus Gorilla und japan. kujira ‚Wal‘, obgleich der Phänotyp des Monsters eher einem Dinosaurier oder einer Riesenechse nahekommt) ist ein typisch japanischer Versuch, die zeitbedingten – für Japaner seit Hiroshima sehr realen – Ängste vor einem Kontrollverlust in der Ära des Kalten Kriegs mit den futuristischen Hoffnungswelten der Science-fiction und der steten Gefahr der Manipulation durch mad scientists und skrupellose Politiker zu verknüpfen. Godzilla, aus Kautschuk modellierter überdimensionaler Zivilisationsschaden des Atomzeitalters, wurde bald mit monsterhaften Nachfolgern, Konkurrenten und Feinden konfrontiert (die gutartige Riesenmotte Mosura/Mothra, der dreiköpfige Drache Ghidrah, das Seeungeheuer Ebirah sowie Gigan, Hedora, Megalon, Biorante/Biollante und der Cyborg Mechagodzilla) oder mit Nachkommen bedacht (das schrille Mutantenbaby Minira). Auch von der Figur des Godzilla unabhängige Monster wurden erschaffen (z.B. Radon/Rodan, Baran/Varan, Gamera, Yonggary). Selbst wenn die Tricks und Ausstattungen heute anrührend schlicht oder trashlastig wirken, haben die Filme ihren eigenen Reiz, insbesondere auf das junge Publikum, bewahrt. 1998 versuchte sich Roland Emmerich an Godzilla.

Literatur: Galbraith, Stuart: Japanese science fiction, fantasy, and horror films: a critical analysis and filmography of 97 features released in the United States, 1950-1992. Jefferson, NC: McFarland 1994. - Hixson, David L.: Godzilla. In: St. James Encyclopedia of Popular Culture, ed. Tom Pendergast, Sara Pendergast. Detroit: St. James Press 1999 [2002], Bd. 2.

Referenzen:

gendai-geki


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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