Lexikon der Filmbegriffe

Script-Girl


dt. manchmal: Skript-Girl

Der Beruf des script girls wurde in den Frühtagen der US-amerikanischen Film- und Serienproduktion geprägt und ist später – einerseits bedingt durch ein weiter definiertes Aufgabenfeld, andererseits wegen der abwertend-sexistischen Konnotation der ursprünglichen Bezeichnung – in das Berufsfeld des script supervisors bzw. schlicht in script oder continuity aufgegangen. Oft sind die Stellen mit angehenden Drehbuchautoren besetzt. Auch nationalspezifische Besonderheiten und Unterschiede der Kino- und TV-Produktionen spielen bei der Ausrichtung des Berufsfelds eine Rolle.
Die Kern-Anforderung besteht nach wie vor in einer möglichst lückenlosen und präzisen produktionstechnischen wie inhaltlichen Notation der Dreharbeiten auf der Basis des Drehbuchs. Der ursprüngliche Sinn und Zweck des Berufs liegt im Wesentlichen darin, Anschlussfehler zu vermeiden, also die bruchlose Kontinuität des Films zu gewährleisten, sei es in Bezug auf die Kameraposition, die Bewegungen der Darsteller, die Requisite, die Maske, das Licht, die Musik etc. der jeweiligen Einstellungen, vor allem an deren Schluss. So werden bspw. auch  Blenden, Brennweiten oder Regieanweisungen zur Nachbearbeitung mit aufgezeichnet. Sehr wichtig  ist gleichfalls ein Vermerk darüber, welche Einstellungen einer Szene der Regisseur für die jeweils gelungenste hält und für die Endbearbeitung bevorzugt.
Mit Entwicklung der immer aufwendigeren Produktionen und  des technischen Fortschritts wurde auch das Spektrum der Arbeiten des Script-Girls umfangreicher. Bei kleineren Produktionen werden seine Aufgaben vom Regieassistenten mit übernommen. Als Vorlage für die Notizen der continuity dienen entweder spezielle Formblätter oder das Drehbuch selbst; im englischsprachigen Betrieb existiert noch eine finale Abart, das so genannte shooting script, aus dem dann spätere Text-Mischformen zum Zwecke weiterer Arbeitsschritte entstehen, script breakdowns wie z.B. die Tagesdisposition, der Negativ- oder der Cutterbericht. Vor der Matrize der Aufzeichnungen des Script-Girls können in der Postproduktionsphase eine Vielzahl an Nachbearbeitungsprozessen vollzogen werden – so hat beispielsweise der Cutter hat ein nützliches Drehprotokoll mit für ihn elementaren Angaben an der Hand, die Filmmusik kann punktgenau adaptiert oder Pickup-Aufnahmen nachträglich gezielt gedreht werden.
Mit dem zunehmenden Fortschritt der digitalen Bild- und Tonbearbeitung sind zumindest die technischen Notizen des Script Girls immer weniger relevant, da diese bereits während des Drehs automatisch dokumentiert werden. Auch ist eine spontane Überprüfung bestimmter Szenen- oder einstellungsspezifischer Details im digitalen Zeitalter wesentlich vereinfacht.

Literatur: Baudrot, Sylvette / Salvini, Isabel: La Script‑Girl. Cinema/Video. Paris: Femis 1989. - Cléris, Marie‑Thérése: La Scripte au Cinéma et á la Télévision. 4ème éd. Paris: L'Idhec 1975. – Miller, Pat P.: Script Supervising and Film Continuity. 2nd ed. Boston, Mass. [...]: Focal Press 1990. – Rowlands, Avril: Script Continuity and the Production Secretary in Film and TV. 2nd ed. London [...]: Focal Press 1978. – Werners, Franziska: Continuity und Script bei Fernsehen und Film. Köln: Emons 2001.


Referenzen:

continuity girl / continuity man

continuity script

lined script

Script Continuity / Script Supervisor


Artikel zuletzt geändert am 11.02.2013


Verfasser: IL


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