Lexikon der Filmbegriffe

Intratextualität

(1) Im Sinne einer eng gefassten strukturellen Textanalyse wird eine strikte Beschreibung aller textinternen Bezüge (des „Ko-Textes“, manchmal auch: „intratextueller Kontext“), der Beziehungen von Teiltexten zum Gesamttext, der Konstitution der Rolle des Rezipienten, unter Absehung von Gattungsregeln, allgemeinem Welt- und vor allem Motivwissen gelegentlich „intratextuelle Analyse“ genannt. Neben der Beziehung von Texten zu ihren Paratexten wird insbesondere Selbstreflexivität als Erscheinungsform intratextueller Strukturierteit angesehen. Das Modell entstammt der strukturalen Literaturtheorie.

Literatur: Burger, Harald: Mediensprache. Eine Einführung in Sprache und Kommunikationsformen der Massenmedien. 3., völlig neu bearb. Aufl. Berlin [...]: de Gruyter 2005, bes. S. 114-142. – Obermaier, Sabine: Das Fabelbuch als Rahmenerzählung. Intertextualität und Intratextualität als Wege zur Interpretation des "Buchs der Beispiele der alten Weisen" Antons von Pforr. Heidelberg: Winter 2004. – Perley, Naomi: The language of an unknown country. Intratextuality in Proust's In Search of Lost Time. In: 19th Century Music 36,2, 2012, S. 136‑145.

(2) Ebenfalls aus der Literaturwissenschaft stammt die als Intratextualität ausgewiesene Untersuchung der Variation und Bezugnahmen von miteinander verwandten oder identischen Darstellungsweisen, Motiven, Verfahren usw. im Oeuvre einzelner Künstler. Eigentlich handelt es sich bei der in sich widersprüchlichen Redeweise um einen Sonderfall intertextueller Beziehungen – es geht um autorenspezifische intertextuelle Beziehungen in einem Personalwerk.

Literatur: Sharrock, Alison / Morales, Helen (eds.): Intratextuality. Greek and Roman textual relations. Oxford [...]: Oxford University Press 2000.


Artikel zuletzt geändert am 18.02.2013


Verfasser: HHM


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