Lexikon der Filmbegriffe

Dekoration

manchmal auch: Deko; das verwandte Dekor bezeichnet primär den figürlichen oder ornamentalen Schmuck einzelner Objekte; von lat.: decorare = schmücken, zieren, kleiden, passen

Die dekorative Kunst ist eine Sparte der Angewandten Kunst und mit dem Kunstgewerbe verwandt. Sie befasst sich vor allem mit künstlerischen Bestandteilen und Charakteristika der Raumausstattung, aber auch mit der verzierenden Ausgestaltung von Gegenständen der Gebrauchskunst. Die dem Bühnenbild des Theaters verwandte Form der Dekoration im Film lehnt sich meist an die auch in der Realität verbreiteten Stilistiken der Gebrauchs- und Einrichtungskunst an, weil diese qua Wissen des Zuschauers als Indikatoren der dargestellten sozialen Welt lesbar sind. Es ist die Aufgabe der Dekoration, insbesondere Räume so auszugestalten, dass sie als lebensweltliche Alltagsräume der Figuren der Handlung erscheinen können, so dass das Dekorative als ihnen genuiner Ausdruck gelesen werden kann (sei es als individueller Abdruck, sei es als Anzeichen von Klassenzugehörigkeit u.ä.). In manchen Genres wird das Dekorative selbst zentral (wie etwa die Art-Déco-Innenräume vieler Hollywood-Komödien der 1930er Jahre), gelegentlich sogar thematisch (wenn etwa Dekorationen zerstört oder eigens entworfen werden). Gerade für phantastische oder zukünftige Welten werden über diese Nutzungen realer Deko-Stile hinausgehend immer wieder eigene Stilrichtungen erfunden oder aus Einzelobjekten zu Stilen synthetisiert (wie etwa die Einrichtungen in Stanley Kubricks A Clockwork Orange, Großbritannien 1971).

Literatur: Barsacq, Leon: Caligari’s Cabinet and Other Grand Illusions: A History of Film Design. Translated by Michael Bullock/and Edited by Elliott Stein. Boston: Little, Brown 1976. Zuerst frz. 1970, rev. 1985. – Beier, Lars‑Olav / Midding, Gerhard: In den Dekors selbst sollte die Persönlichkeit der betreffenden Figur auch zum Ausdruck kommen. In: Filmbulletin 34,1 [=180], 1992, S. 41‑45. – Weichardt, Carl: Drama und Dekoration. In: Deutsche Kunst und Dekoration 17,7, 1914, S. 12-22.


Artikel zuletzt geändert am 22.05.2013


Verfasser: JvH


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