Lexikon der Filmbegriffe

Multicodalität

Vor allem in der Lernpsychologie verbreitete Bezeichnung für mediale Angebote, die auf verschiedene semiotische Systeme und Repräsentationsmodalitäten fußen (Texte mit Bildern, Graphiken mit Texten etc.). Multicodale Darstellungen sind nicht nur in der Didaktik von alters her gebräuchlich, sondern auch Gegenstand künstlerischer Aneignung gewesen (wie etwa die barocke Emblematik auf dem Zugleich von Bild, Wort und Symbol basiert). Für den Film ist Multicodalität essentiell, er umfaßt Bild, Schrift, Sprache, Geräusch, kulturelle Symbolwelten und anderes mehr. Multicodal dargebotene Information läßt sich leichter aufnehmen und gilt als gedächtnisstabil (bei vorausgesetzter Vertrautheit des Lernenden mit den verwendeten Codes, weshalb das Umgehenkönnen mit Multicodalität als Ausdrucksform von Medienkompetenz gilt). Der Lerneffekt tritt aber nur ein, wenn sich die verschiedenen Codes zu textlicher Einheit zusammenfügen; treten die Teilinformationen zu sehr auseinander (wie bei Öffnung der Text-Bild-Schere), fällt die Integration der Information schwerer.

Literatur: Dölling, Evelyn: Multimediale Texte. Multimodalität und Multicodalität. In: Medien, Texte und Maschinen: Angewandte Mediensemiotik. Hrsg. v. Ernest W.B. Hess‑Lüttich. Wiesbaden: Westdt. Vlg. 2001, S. 35-50.

Referenzen:

Dual Coding


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2013


Verfasser: JvH


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