Lexikon der Filmbegriffe

New Black Cinema

Filme afroamerikanischer Regisseure, die Ende der 1980er und Anfang der 1990er in den USA entstanden, werden oft als New Black Cinema bezeichnet. Bereits in der Phase des Blaxploitation wurde ein „neues“ Black Cinema gefordert, in dem afroamerikanische Schauspieler entgegen der rassistischen Besetzungspolitik des Mainstream-Kinos auftreten und Themen der schwarzen Erfahrungswelt dramatisiert werden sollten. Als erster Film des New Black Cinema gilt Spike Lees She’s Gotta Have It (1986); eine ganze Welle afroamerikanischer, meist unabhängig produzierter Filme schloß sich bis Mitte der 1990er an (darunter Spike Lees Do the Right Thing, 1989, Mo’ Better Blues, 1990, Mario Van Peebles‘ New Jack City, 1990, Panther, 1995, John Singletons Boyz N The Hood, 1991, Higher Learning, 1995, Robert Townsends Hollywood Shuffle, 1987, oder  Allen and Albert Hughes‘ Menace II Society, 1992); der Erfolg der Filme führte dazu, dass viele der Regisseure von den Hollywood-Studios unter Vertrag genommen wurden. Schauspieler wie Denzel Washington, Wesley Snipes oder Angela Bassett wurden zu Stars, die bald auch im kommerziellen Hollywood-Kino auftraten. Neben den ghettoartigen Lebensbedingungen der Schwarzen in den Großstädten gaben die aufkommende HipHop-Kultur, die Figur des Gangsta-Rappers, der Umgang mit Sexualität gaben Themen der Welle ab, die manchmal sozialkritisch, manchmal im Gewand des Action-Kinos abgehandelt wurden.

Literatur: Dührkoop, Dennis: New Black Cinema der 90er Jahre. Alfeld/Leine: Coppi 1997. – Hoffstadt, Stephan: Black cinema. afroamerikanische Filmemacher der Gegenwart. Marburg: Hitzeroth 1995. – Reid, Mark A.: Redefining black film. Berkeley, Calif. [...]: University of California Press 1993.

Referenzen:

Black Cinema

Blaxploitation


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2013


Verfasser: JvH


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