Lexikon der Filmbegriffe

Kinosterben

Bereits in den 1950ern wurde das Bild des Kinosterbens in der Berichterstattung über die Entwicklung der Kinoindustrie üblich – angesichts des Besucherrückgangs in allen Filmnationen mußten zahlreiche Kinos ihre Pforten schließen, die europäischen Länder folgten den Vereinigten Staaten mit etwa einer Dekade Verzögerung. In England sackten die Besucherzahlen zwischen 1954 und 1957 von fast 1,5 Milliarden auf 915 Millionen, in der BRD von 817 Millionen (1956) auf 443 Millionen (1962) (bei gleichzeitigem rasanten Anstieg der Anzahl der Fernsehgeräte) und auf 149 Millionen (1972). 1959 gab es in der Bundesrepublik so viele ortsfeste Filmtheater wie nie zuvor: 7.085 mit 2,9 Millionen Sitzplätzen. Zehn Jahre später verzeichnete die Statistik der SPIO gerade noch 3.739.  Mit der Neuformierung des Kinoangebotes vor allem durch den Bau der Schachtelkinos und der Cinemaxx-Komplexe folgte in den 1980ern und 1990ern ein „zweites Kinosterben“, das erneut vor allem die kleineren Anbieter in dörflichen und kleinstädtischen Umgebungen betraf.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2013


Verfasser: HHM


Zurück