Lexikon der Filmbegriffe

Lex Ufi

Am 7.9.1949 erließen die westlichen Alliierten durch das Film Reorganisation Committee (FRC) ein – meist Lex Ufi genanntes – Entflechtungsgesetz (Gesetz Nr. 24; abgelöst durch das Gesetz Nr. 32 v. 20.7./6.8.1950), das die staatsmonopolistische Stellung der Ufi beenden sollte; es besagte, dass keine Person mehr als ein Studio und drei Kinos besitzen durfte. Das von den Besatzungsmächten beschlagnahmte Reichsfilmvermögen sollte bis zu seiner Versteigerung und endgültigen Privatisierung von Treuhändern verwaltet werden; die Verwendung der Bezeichnung Ufa wurde untersagt. Es dauerte bis zum Juni 1953 (6.6.1953), als der deutsche Bundestag die strikten Regelungen der Lex Ufi wieder aufhob und den Weg für ein Bankenkonsortium ebnete, das im April 1956 die Ufa‑Theater AG und die Universum‑Film AG (mit dem Kopierwerk Afifa und den Ateliers in Berlin‑Tempelhof) kaufte; Vorstandvorsitzender wurde Arno Hauke, vormaliger Generaltreuhänder für das UFI‑Vermögen in der britischen Zone; die Münchner Bavaria wurde ausgegliedert. Erst 1964, als Bertelsmann die angeschlagene Firma übernahm (die Kinofilmproduktion wurde bereits 1961 eingestellt), begannen sich die Strukturen der Ufa tatsächlich aufzulösen.

Literatur: Kreimeier, Klaus: Die Ufa-Story. Geschichte eines Filmkonzerns. München/Wien: Hanser 1992. Repr. München: Heyne 1995, S. 434ff.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2013


Verfasser: HHM


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