Lexikon der Filmbegriffe

cinétracts

auch: CinéTracts, CINÉ-Tracts; dt. etwa: filmische Traktate; um 1970 herum findet sich auch „Flugblattfilm“; heute meist äquivalent mit Bewegungsfilm

Die von mehreren französischen Filmemachern (unter ihnen Jean-Luc Godard, Chris Marker und Alain Resnais) realisierten 41 Kurzdokumentarfilme resp. Kurzreportagen umfassende Serie Cinétracts (1968), von denen jeder eine linke politische These am Beispiel realer Ereignisse (wie Streiks, Aktionen während der Pariser Maiaufstände 1968) illustrieren sollte, gaben der kleinen Gattung von kämpferisch-agitatorischen Dokumentarfilmen ihren Namen. Heute wird die Bezeichnung gelegentlich auch für andere dokumentarische Kurzformen des Guerilla-Kinos verwendet, die versuchen, sich mit tagesaktuellen Geschehnissen auseinanderzusetzen.

Literatur: Raymond, Hélène: Aspects du cinéma politique en France, 1950‑1975. Diss. Paris 3 (Université Sorbonne nouvelle‑Paris 3, UFR Cinéma et audiovisuel) 2005. – Raymond, Marc: Politics, Authorship and History. The Production, Reception and Marginalization of Street Scenes 1970. In: Film History 22,2, 2010, S. 133‑147.


Artikel zuletzt geändert am 08.09.2013


Verfasser: JvH


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