Lexikon der Filmbegriffe

Feldkino

auch: Frontkino

Im Rahmen der Truppenbetreuung wurden schon im Ersten Weltkrieg mobile Feldkinos eingerichtet, die ähnlich wie Theater-, Konzert-, Kabarett- u.ä. Veranstaltungen zur Unterhaltung der Soldaten in der Etappe sowie im Genesungsurlaub hinter der Front beitragen sollten und die ausschließlich für Soldaten zugänglich waren. Das Kriegspresseamt (militärische Stelle des Auswärtigen Amtes), dem auch Zensuraufgaben zufielen, organisierte im Ersten Weltkrieg die Feldkino-Aktivitäten; im Zweiten Weltkrieg oblagen die mit Vorführwagen ausgestatteten Propagandakompanien unmittelbar dem Hauptamt Film des Propagandaministeriums. 1940 wurden nach Angaben des Hauptamts bereits annähernd 20 Millionen Besucher in bald 900 Feldkinos gezählt. Manche Veranstaltungen wurden in zu diesem Zweck requirierten Kinos in besetzten Kriegsgebieten durchgeführt, andere fanden in Zelten oder anderen Behelfsräumen statt.
Feldkinos wurden in allen Kriegen seit Beginn des 20. Jahrhunderts von allen beteiligten Kriegsparteien betrieben.

Literatur: Hirt, Alexander: „Die Heimat reicht der Front die Hand". Kulturelle Truppenbetreuung im Zweiten Weltkrieg 1939‑1945. Ein deutsch‑englischer Vergleich. Diss., Universität Göttingen 2006, v.a. 161ff. – Lenk, Sabine: Censoring films in Düsseldorf during the First World War. In: Film History 22,4, 2010, S. 426-439.


Artikel zuletzt geändert am 08.09.2013


Verfasser: JvH


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