Lexikon der Filmbegriffe

Phenakistiskop

auch: Stampfersche Scheiben, stroboskopische Scheiben; von gr. phenax = täuschen, scopein = sehen

1832 wurde das auf stroboskopischen Effekten beruhende Phenakistiskop – oft auch als Lebensrad bezeichnet – unabhängig voneinander in Frankreich und in Österreich vorgestellt. Auf einer runden Pappscheibe ordneten die Erfinder Joseph Plateau und Simon Stampfer einzelne Phasenzeichnungen einer zyklischen Bewegung kreisförmig an. Ausgestanzte Schlitze am äußeren Rand, die als Betrachtungsschlitze vor einem Spiegel dienten, lösten den stroboskopischen Effekt aus. 1833 gewann Plateau den Verleger Ackermann in London als Partner für die Herstellung und den Vertrieb seiner Phantasmascope-Scheiben. Gleichzeitig brachte Stampfer seine Stroboskopischen Zauberscheiben bei Trentsensky in Wien heraus. Nur wenig später erschienen in ganz Europa eine Fülle von ähnlichen Spielen im Handel mit solch illustren Namen wie Phenacistiscope, Periphanoscope, Phorolyt, Lebensrad, Magic Disc, Phantasmascope, Fantascope etc. Die Weiterentwicklung des Phenakistiskops nannte sich Zoetrop. Hier waren die Phasenzeichnungen auf einem Papierband zusammengefasst und wurden auf der inneren Wand einer mit Schlitzen versehenen Trommel angebracht. Beim Zoetrope konnten mehrere Personen gleichzeitig die animierten Sequenzen beobachten.

Literatur: Füsslin, Georg: Optisches Spielzeug oder Wie die Bilder laufen lernten. Stuttgart: Georg Füsslin 1993.

Referenzen:

Anorthoscope

Phi-Effekt

Projektionslebensrad

Zoetrope


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: JH


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