Lexikon der Filmbegriffe

Primat-Rezenz-Effekt


auch: Primär-Rezenz-Effekt; manchmal auch: Anfangs-/Endverankerung; von engl.: primacy = Primat, Vorrang, recency = Neuheit, Frische

Die Anfangs- und die Endelemente von Ketten von Lernmaterialien oder Urteilsgegenständen genießen gegenüber Elementen aus der Mitte der Reihe Vorrang: Die ersten Glieder werden besser behalten, wenn nach der Darbietung der zu lernenden Reihe und einer Pause eine Reproduktion gefordert wird (primacy effect), die letzteren, wenn die Reproduktion sich unmittelbar anschließt (recency effect). Beide Effekte werden in der seriellen Positionskurve (auch: Reihen-Stellen-Phänomen) modelliert, die die Position von Elementen in einer Kette unmittelbar mit Behaltens- resp. Reproduktionsleistungen koppelt.
Für die Strukturierung der Informationsverarbeitungen filmischer Darstellungen ist der Primär-Effekt als „Anbahnungs-Strategie“ von großer Bedeutung und wird in der Drehbuchliteratur manchmal in den Techniken des planting avisiert.

Literatur: Anderson, John R.: Kognitive Psychologie. Eine Einführung. Heidelberg: Spektrum‑der‑Wissenschaften 1988.


Referenzen:

Rezenz-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 08.09.2013


Verfasser: JvH


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