Lexikon der Filmbegriffe

Scharade

auch: Charade; von frz.; charade = Worträtsel

Neben einer Form des Silbenrätsels steht der Begriff für ein pantomimisches Spiel, bei dem Spieler einen Gegenstand oder Begriff, den sie auf einem Zettel gefunden haben, den sie aus einem Päckchen anderer Zettel gezogen haben, nur durch gestural-mimisches Spiel darstellen sollen, so dass diese den Begriff erschließen können. Dabei können auch Buch-, Theater- und Filmtitel auftauchen. Außerdem wird eine Kurzform des improvisierend-pantomimischen Laientheaters gelegentlich als Scharade bezeichnet.
In der Dramaturgie wird der Begriff manchmal metaphorisch für Geschichten verwendet, in denen die dramatische Rolle und oft auch die Identität der Figuren unsicher oder rätselhaft ist, so dass sich die Frage nach deren Wesen als Kernproblem der Rezeption darstellt. Programmatisch ist der Begriff in Stanley Donens Thriller-Komödie Charade (USA 1963) gleich im Titel genannt – wobei hier die Identität der Figuren einschließlich der Hauptfigur selbst unklar ist.

Literatur: Förster, Wolfgang: Das Scharadenspiel. Ein Werkbuch für Laienspieler. Potsdam: Voggenreiter 1937 (Werkbücher für deutsche Geselligkeit. 3.). – Budenz, Toni / Lutz, Edmund Johannes: Das Fünfzehnminutentheater. Eine bunte Platte des schöpferischen Kurzspieles. München: Don‑Bosco 1953.


Artikel zuletzt geändert am 08.09.2013


Verfasser: JvH


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