Lexikon der Filmbegriffe

deleted scene

selten auch: cut scene; dt.: (irreführenderweise) geschnittene Szene; auch: nicht verwendete Szene



Szenen, die zwar gedreht, aber in der finalen Fassung des Films nicht mehr verwendet wurden, sind heute auf DVDs des öfteren als Bonus-Material beigegeben. Dazu rechnen auch Langfassungen von Szenen (extended scenes), die für den finalen Schnitt gekürzt wurden. Szenen werden aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht verwendet:


- aus Gründen der Anpassung des Films an die Altersfreigabe (wegen sexueller Freizügigkeit oder expliziter Gewaltdarstellung), manchmal als vorweggenommene Selbstzensur des Studios, manchmal in Absprache mit der Zensurbehörde;


- aus Rücksicht auf zeitgenössische Ereignisse (so wurde eine Szene aus dem Pilotfilm der Serie 24, USA 2001, die einen Flugzeugabsturz zeigt, aus Rücksicht auf die 9/11-Ereignisse aus dem Film entfernt);


- um die Laufzeit des Films bei überlangen Filmen auf die Standards einzustellen; dabei werden für die TV-Auswertung oft längere Fassungen hergestellt, die die im Kino entfallenen Szenen wieder enthalten; bei TV-Serien sind die time slots sogar genau vorgegeben;


- um den Fluss und Rhythmus der Erzählung nicht zu stören, werden vor allem Szenen, die nicht essentiell zur Erzählung gehören und deren Voranschreiten verzögern, nicht verwendet;


- gelegentlich sind nicht verwendete Szenen ein Mittel des Marketing (wie bei Star Wars Episode III: Revenge of the Sith, USA 2005, wurden Szenen zu Marketingzwecken als deleted scenes bezeichnet, den DVDs des Films aber als besondere Gratifikation für die Zuschauer beigegeben);


- manchmal wird die nicht verwendete Szene (ähnlich wie misslungene out-takes) im Animationsfilm parodistisch den DVDs beigegeben (wie etwa in den Pixar-Filmen Toy Story, 1995, und Finding Nemo, USA 2003).


Bei älteren Filmen sind die deleted scenes meist nicht mehr vorhanden.

Referenzen:

out-take


Artikel zuletzt geändert am 11.10.2013


Verfasser: AS


Zurück