Lexikon der Filmbegriffe

Plastigram(m)

von griech. plastike = Kunst des Gestaltens, gramma = Schrift, Geschriebenes; oft auch Plasticon, von griech. plastike und ikon = Bild

Die frühen anaglyphischen 3D-Filme der 1920er und 1930er Jahre nannten sich Plasticons (ein Verfahren, das William Van Doren Kelley 1922 in New York patentiert hatte) oder Plastigramme (basierend auf mehreren Patenten, die Frederick Eugene Ives und Jacob Leventhal seit 1922 vorgestellt hatten; das Verfahren war auch als Pathé Stereoscopiks, Audioscopiks oder Metroscopix bekannt). Sie verwendeten einen einzigen Filmstreifen, der auf beiden Seiten mit einer Emulsion versehen war. Das rote Teilbild befand sich auf der vorderen, das grüne auf der hinteren Bildschicht. Die Besichtigung setzte wie bei anaglyphischen Verfahren üblich eine Farbfilterbrille voraus.
1922 wurde im Rivoli-Theater in New York eine Plasticon-Vorstellung unter dem Titel Movies of the Future durchgeführt, das die beiden Teilbilder dazu nutzte, dem Zuschauer alternative Enden anzubieten: Durch den roten Filter konnte man ein happy ending, durch den grünen ein tragisches Ende besichtigen.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2011


Verfasser: HJW


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