Lexikon der Filmbegriffe

Kinokrise

Als unspezifische Bezeichnung für krisenhafte Veränderungen in der Dichte der ortsansässigen Kinos, der durchschnittlichen Ausstattung (und der damit verbundenen Investitionsnotwendigkeiten), des Rückgangs der Besucherzahlen und ähnlichem hat sich in der deutschsprachigen Berichterstattung die Bezeichnung Kinokrise eingebürgert. Fast immer sind die Krisen – in der BRD wie auch in anderen Ländern – ökonomisch oder durch Veränderungen der Mediennutzungsgewohnheiten der (potentiellen) Zuschauer motiviert; vom durch die zunehmende Verbreitung von Fernsehen verursachten Einbruch der Besucherzahlen ausgangs der 1950er und den von DVD-Verbreitung und Internetnutzung begleiteten Besucherrückgang nach 2001 über den Bau der Multi- und Megaplexe um 1990 bis hin zu technischen Innovationen wie die Popularität der 3D-Projektion um 2010 sind immer wieder strukturelle Veränderungen der Kinolandschaft angestoßen worden. Auch die „Blockbusterisierung“ des Angebots und die oft restriktive Verleihpolitik haben vor allem kleinere Kinos betroffen. Krisen haben meist nicht nur zur Konsolidierung des Marktes, sondern auch zu Innovationen (von Ausstattung und technischer Ausrüstung) geführt; sie stehen aber auch im Horizont einer Kommerzialisierung des Angebots, dem das künstlerisch anspruchsvolle Kino (mit seiner meist mangelhaften finanziellen Ausstattung) entgegengestellt ist, weshalb Kinokrisen immer auch kulturpolitische Aspekte haben.

Referenzen:

Film-Fernseh-Koproduktion

Kinosterben


Artikel zuletzt geändert am 11.10.2013


Verfasser: HHM


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