Lexikon der Filmbegriffe

metrische Montage

Die metrische Montage wurde als eine eigene Montageform in den 1920ern im russischen Revolutionsfilm entwickelt. Vor allem Sergej Eisenstein suchte sie als eigene, durch den physikalischen Rhythmus bestimmte  Form zu beschreiben, vergleichbar dem Versmaß in der Lyrik; ihm ist die metrische nur eine der Montageformen; ihr stehen die rhythmische, die tonale, die obertonale und die intellektuelle Montage zur Seite. Eisenstein selbst sah die metrische Montage als Primitivform an, die mit einer groben Einwirkungsmotorik gekoppelt sei, nicht aber mit intellektuellen Prozessen der Rezeption. In allen Beispielen – es ist die (materiale resp. temporale ) Länge der Einstellungen, nicht ihr Inhalt, auf dem ihre ästhetische Wirkung beruht – die allerdings nur schwach ist, weil das Metrische vor allem dann in der Rezeption zentral wird, wenn der Inhalt selbst metrisierte Qualität hat (Märsche, Tänze und ähnliches); kompliziertere Längenbeziehungen lassen sich vom Zuschauer kaum auffassen; und auch dann, wenn der Schnittrhythmus beschleunigt wird (etwa in Action-Sequenzen), wird dieses als Intensivierung und formale Darstellung des Inhaltlichen, nicht aber als eigenständige Qualität wahrgenommen.


Artikel zuletzt geändert am 11.10.2013


Verfasser: JvH


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