Lexikon der Filmbegriffe

Pressekodex

eigentlich: Publizistische Grundsätze (des Deutschen Presserats)

Der sogenannte Pressekodex ist eine Sammlung journalistisch‑ethischer Grundregeln, die der Deutsche Presserat am 12.12.1973 dem Bundespräsidenten Gustav Heinemann vorgelegt hat – als Niederschrift der Berufsethik praktizierender Journalisten (wie Redaktionen und Verlegern). Es gehört bis heute zur Tradition des Pressekodex, dass auch jede Änderung dem amtierenden Bundespräsidenten übergeben wird. Verleger und Journalisten haben den „Publizistischen Grundsätzen“ durch ihre Verbände zugestimmt. Der Text wurde mehrfach ergänzt. Konkretisiert wird er durch die „Richtlinien für die publizistische Arbeit nach den Empfehlungen des Deutschen Presserates“.
Der Kodex hat den Charakter einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Der Text resp. die Liste der Grundsätze orientiert sich an der Spruchpraxis des Presserats als wichtigem Kontrollorgan der Medien in Deutschland und am Ehrenkodex der internationalen Journalistenföderation. Er umfaßt die Bestimmung allgemeiner journalistischer Handlungsrahmen (wie Sorgfaltspflicht, Respektierung der Menschenwürde, Schutz von Informanten, Verbot der Unlauterkeit von Recherchemethoden, Unbestechlichkeit), der Position der Redaktion gegenüber den Interessengruppen (wie die Trennung von Redaktion und Werbung, Respektierung der Religionen und Weltanschauungen), des Schutzes der dargestellten Personen (wie die Respektierung der Persönlichkeitsrechte und der Ehransprüche, Anwendung der Unschuldsvermutung) und der allgemeinen Ziemlichkeitsregeln (vor allem in der Gewalt- und Leidensdarstellung) sowie der Verfahren der Sanktionierung von Übertretungen der Regeln des Kodex (Veröffentlichung von Richtigstellungen und Rügen der Redaktion durch den Presserat).

Homepage des Presserats: http://www.presserat.info/inhalt/der‑presserat/aufgaben.html.


Artikel zuletzt geändert am 11.10.2013


Verfasser: JvH


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