Lexikon der Filmbegriffe

sensation scene

dt. etwa: sensationelle Szene

Mitte des 19. Jahrhunderts fanden sich in populären Theater-Melodramen immer häufiger damals sogenannte sensation scenes, in denen die Schauwerte der Inszenierung (ihre technische Virtuosität, aber auch Dominantwerden der Handlung gegenüber dem Dialog sowie Szenenthematisches – Schlachten und andere Massenszenen, körperliche Action wie Kämpfe, Flucht und Verfolgung u.ä.) vom Publikum als besonderer Reiz und als oft eigenständig wahrgenommene Gratifikation genossen wurden. Das Spektakuläre überlagerte in diesen Szenen oft die Erzählung, sie wurden als Höhepunkte der Inszenierung aufgefasst (und auch in den zeitgenössischen Kritiken vermerkt). Das frühe Kino adaptierte gerade diese Qualität für die eigenen Inszenierungen – darin an eine Darbietungsform des Spektakulären anknüpfend, die dem populären Theater der Zeit entstammte.

Literatur: Brewster, Benjamin Robert / Jacobs, Lea: Theatre to cinema. Stage pictorialism and the early feature film. Oxford [...]: Oxford University Press 1997. Repr. 2003. – Singer, Ben: Melodrama and modernity. Early sensational cinema and its contexts. New York: Columbia University Press 2001. – Radford, Andrew D.: Victorian sensation fiction. Basingstoke [...]: Palgrave Macmillan 2009.


Artikel zuletzt geändert am 11.10.2013


Verfasser: CA


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