Lexikon der Filmbegriffe

Cross-Genre

auch: Hybrid-Genre

Filme, die erkennbar auf zwei oder mehr etablierte Genre-Erzählmuster, -Inszenierungsweisen und -Themen zurückgreifen und miteinander verbinden, werden manchmal als Cross-Genre-Filme bezeichnet. Meist werden in der Bezeichnung die beiden bezogenen Bezugsgenres miteinander verbunden (wie etwa in „Actionkomödie“, „SF-Western“, „romantische Komödie“, „Dark Fantasy“ [= Horror + Fantasy], „Weird West“ [= Western + Horror/SF/Fantasy]). Das Verfahren der Genremischung oder -verschmelzung spielt nicht nur mit dem kulturellen Wissen und der Genrekompetenz des Publikums, sondern auch mit Produktionsweisen und Mustern der Interpretation sozialer Realitäten (wie z.B. in Quentin Tarantinos Amalgamierung von Western, Kriegsfilm und Thriller Inglourious Basterds, USA 2009). Die Ausnutzung der Kombinativität generischer Muster ist die wohl wichtigste Form der Fortentwicklung der Genres und deren Beschreibung darum auch Kernbestand einer genetischen Genrehistoriographie.

Literatur: Kent, Eleanor: Perpetration, Guilt and Cross‑Genre Representation in Ari Folman's Waltz with Bashir. In: Holocaust Studies 17,2-3, 2011, S. 305‑329. – Kelley, Mike: Cross Gender/Cross Genre. In: PAJ: A Journal of Performance and Art 22,1, Jan. 2000, S. 1‑9. – Mittell, Jason: A Cultural Approach to Television Genre Theory. In: Cinema Journal 40,3, Spring 2001, S. 3‑24.


Artikel zuletzt geändert am 18.11.2013


Verfasser: HJW


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